29 Dezember, 2012

Über die Liebe (und warum es schwul ist, an sie zu glauben)


Ich will Tattoos und Piercings, überall. Ich will, dass mein Körper mir gehört, und zeigen, dass ich mit ihm machen kann, was ich will. Ich will tragen können, was ich will, weil dünnen Mädchen alles steht. Ich will angeschaut werden, nicht abschätzig und desinteressiert, sondern richtig. Ich will, dass sich endlich irgendetwas richtig und gut anfühlt, ich hab vergessen, wie das ist. Hab vergessen, wie einfach es früher war, glücklich zu sein, und jetzt muss ich für jedes bisschen Glück so kämpfen, so viel aufgeben. Es ist viel einfacher, unglücklich und ignorant und gelangweilt zu sein, „das Leben hat eh nichts mehr zu bieten, wir sind alle so hoffnungslos zukunftslos.“ Man lebt irgendwie, aber schön, schön ist es nicht. Es gibt ein paar Augenblicke, die einen spüren lassen, dass es das alles wert ist, aber diese Augenblicke sind so kostbar und selten, sie zerrinen wie Sand zwischen den tauben Fingern. Ich wünschte, das Leben wäre eine Aneinanderreihung von den berühmten Marmeladenglasmomenten, aber meistens sind es eher Ausschnitte aus schlechten RTL-Soaps. Manchmal sind auch Saw-Fetzen dabei, haha. ha. mh. Ich hab Angst. Angst, zu wenig aus meinem Leben zu machen und später zu viel zu bereuen. Ich mach Dinge, sag Dinge, denke Dinge, die ich bereue, und das ewige Bereuen macht so müde. Zum Beispiel er. Das mit ihm ist so verdammt besonders, aber ich gehe immer zu weit, und irgendwie ist da gestern in seinem Bett, zwischen Keuchen und Stöhnen etwas zerbrochen. Ich hasse Nähe, sie wird mir schnell zu viel. Psychische Nähe > körperliche Nähe. Sich ohne Worte verstehen, den anderen spüren ohne ihn zu spüren, einfach die Wärme genießen, weil sonst nichts zählt. Muss es immer mehr sein? Ich brauche zu viel Freiheit, das weiß ich, weil mir Freiheit über alles geht. Beziehungen machen kaputt, die Scheißliebe macht kaputt. Ich hab so lange nicht mehr wirklich geliebt, vielleicht noch nie wirklich geliebt. Wie fühlt sich das an, will man vor Glück platzen, lachen, weinen? Mich macht Liebe immer traurig, melancholisch. Obwohl ich nie die Hoffnung aufgebe, dass irgendwann jemand kommt, den es sich wirklich lohnt zu lieben, für den ich alles aufgeben würde. Ein Teil von mir will so jemanden, der einfach da ist, dem man vertrauen kann, der einen unterstützt und bedingungslos liebt. Aber gibt es so jemanden? Wie groß ist schon die Wahrscheinlichkeit, dass sich jemand, den du toll findest, sich auch in dich verliebt? Ist das überhaupt wahrscheinlich? So viele Fragen in meinem Kopf, die Antworten sind irgendwie verloren gegangen, wenn es sie jemals gab. Hallo, Liebe, ich brauche dich, brauche irgendetwas, an das ich glauben kann, weil ich langsam aufhöre, überhaupt an irgendwas zu glauben. Weil ich nur noch depressiven Scheiß schreibe, ohne Sinn und Verstand, nur um die Leere zu füllen. Mit Worten, Buchstaben, kranken Gedanken. Viele sagen „ich fühl mich leer“, aber kaum welche wissen, wie es ist, sich wirklich leer zu fühlen. Leer und ausgelaugt und müde. Und dann fang ich an, mehr zu rauchen als ich atmen kann, um die Leere zu füllen, und dann trink ich viel zu viel, um die Leere zu vergessen. Dabei brauche ich jemanden, der die Leere mit Liebe füllt, aber so etwas laut zu sagen ist nicht mein Ding. Nichts ist mein Ding, lieben am allerwenigsten, da versage ich so kläglich. Weil ich Angst habe. Stell dir vor, du liebst jemanden, aber dann ist das irgendwann vorbei, und zurück bleibt – nichts. Das könnt' ich nicht ertragen. Geile Einstellung, was? Richtig bewundernswert. Richtig mutig. Scheiße, ich tu immer nur so auf herzlos und hart, damit niemand merkt, wie ängstlich und verloren ich eigentlich bin. Ich stehe auf dem weiten Feld und schreie die Liebe an, nenne sie behindert und schwul, nenne mich selbst eine dumme Versagerin, die viel zu tief im Dreck wühlt, die nur sie selbst ist, wenn sie nicht isst. Es ist zu viel passiert, es ist zu spät, ich glaub an nichts, verfluche die Liebe, hasse die Vergangenheit, hab Angst vor der Zukunft. Ich will nur frei sein, frei und schön. Mit dir, mit dir zusammen will ich frei sein, aber ich glaube, wir haben keine Chance. Ich bin eine von denen, die Menschen wegstoßen, sie mit voller Absicht verletzen, ihnen ins Gesicht lügen und dabei lächeln. Mich WILL man einfach nicht lieben, und mir ist's egal, wie selbstmitleidig das klingt. Es ist die Wahrheit. Punkt. Ich will so sehr perfekt sein, dass ich mir selbst fremd werde, dass ich vergesse ich selbst zu sein. Anfangs mögen mich Jungs, weil man mit mir Spaß haben kann, weil ich nichts und niemanden ernst nehme (am wenigsten mich selbst) und auf alles scheiß. Aber irgendwann sehen sie, wie ich wirklich bin, zu kaputt für eine ernsthafte Beziehung. Zu wenig Vertrauen, zu bittere Worte und Gedanken. Das ist immer so. Das ist beschissen, aber ich hab mich dran gewöhnt, es ist ok irgendwie. Freiheit oder Liebe? Es siegt immer die Freiheit. Und Freiheit bedeutet, am Meer zu stehen, die nackten Füße in den nasskalten Sand zu graben, den Wind in den Haaren zu spüren und einfach am leben zu sein. Am leben zu bleiben, irgendwie, mit den ermüdenden Gedanken zu leben. Das sollte ein Text über Liebe werden, aber irgendwie ist es doch nur wieder einer über Selbstmitleid und mein furchtbar schweres Leben, meine tragischen Probleme, ahaha. Nein, natürlich ist es nicht schwul, an Liebe zu glauben. Es ist wunderschön, und ich wünschte, ich könnte das.




26 Dezember, 2012

Ist dir mal aufgefallen, wie leer wir alle sind?

Ist dir mal aufgefallen, wie leer wir alle sind? Die Gesichter der Menschen. Die Herzen. Die Köpfe. Leer und voll. Voll mit Lügen, ungesagten Worten, unterdrückten Gefühlen. Ich stehe zwischen diesen Menschen, die sich nichts anmerken lassen, deren Gesichter aus Stein sind. Und ich will sie anschreien, schlagen, "Warum versucht ihr alle, so scheiße perfekt zu sein, was bringt euch diese erzwungene Perfektion?" Ich hab längst aufgehört, an so etwas wie "perfekt" zu glauben. Nichts ist perfekt, am wenigsten wir, und das Streben danach ist das, was uns leer und müde macht. Lebensmüde. Herzleer. Kopfverwirrt. Ich stehe zwischen den Menschen, sehe sie und kann sie dennoch nicht sehen. Ich schließe die Augen und lasse mich fallen. Kalter Asphaltboden an meiner Wange, wo sind nur all die guten Jahre hin? Ich bin zu einem der Menschen geworden, die ich immer gehasst habe. Verlogen, gefangen in den eigenen, kranken Gedankenkorridoren, SACKGASSE. Ich weiß nicht mehr, wo und wann und warum das alles angefangen hat. Vielleicht war es wegen des Jungen, damals. Wegen ihm hab ich doch so viel abgenommen. Vielleicht war es wegen den wunderschönen Models auf den Covern der Hochglanzmagazine. Wegen ihnen hab ich mich doch wochenlang von ungesüßtem Tee und Magermilchjoghurt ernährt. Vielleicht war es wegen meinen Eltern. Ich wollte doch, dass sie stolz sind, auf irgendwas. Vielleicht war es auch einfach wegen mir selbst. Weil ich es war, die mir selbst pausenlos eingeredet hatte, ich sei fett, nicht liebenswert, ekelerregend. Es hat schon mit zwölf angefangen, ich wollte nie über 50 Kilo wiegen. Nie. Ich hab mich so sehr gehasst. Ich hab einfach aufgehört normal zu essen. Ich hab angefangen mit hungern, stopfen, kotzen gehen. Jahrelang. Ich wog fast sechzig Kilo. Ich wog fünfzig. Ich wog weit unter fünfzig. Die Welt wurde immer dreckiger, grauer. Ich wurde immer müder, labiler. Leer. Leere. Entleert. Ich weiß nicht, was ich tun soll. Ich hasse diese Welt und all diese Menschen, und ich wünsch mir so oft, sie würde einfach mit allem, was auf ihr ist, implodieren. HELLO, I'M ALIVE. Aber es fühlt sich viel zu selten nach leben an. Es ist eher eine traurige Art des Existierens, ich bin einfach da. Überstehe die Tage irgendwie. Bis Freitag ist und ich den Hass in Alkohol ertränken und die Leere mit Rauch füllen kann. Und ich bin immer auf der Suche, nach irgendjemanden, der es wert ist, aber sie sind alle gleich. Sie versprechen so viel, um die Versprechen dann genauso schnell wieder zu brechen. Ich Hure brauch die Ablenkung, brauche irgendwas. Obwohl jeder Morgen danach nur Enttäuschungen bringt. Aber jeder Morgen ist auch ein kleiner Neuanfang, und bei jedem Neuanfang denke ich "dieses Mal mache ich es perfekt, dieses Mal mache ich es perfekt und es wird etwas von Wert sein", aber das ist es nie, und dann fange ich an, es zu hassen, was auch immer es ist, und weil ich wieder Fehler gemacht, wieder nicht perfekt gewesen bin, hasse ich auch mich, wieder, ein Stück mehr, und ich beende dieses Etwas nicht, weil es mit Fehlern keinen Wert hat. Wie sagt man auf tumblr so schön? SAME SHIT, DIFFERENT DAY. Schöne graue Welt, zu groß und zu laut und zu -
Ich stehe zwischen den Menschen. Ich wünschte, ich würde dazugehören. oder mich so fühlen, als würde ich dazugehören. Ich lächle sie an, rede mit ihnen, esse mit ihnen, gehe danach kotzen. Sie sind alle so dumm, ich habe keine Lust mehr, mich mit ihnen abzugeben. Zum Glück war ich nie arrogant. Zum Glück interessiert sich hier niemand für Gefühle, ne, das wär ja schwul. Oder für wahre Gedanken. Ich denke schwarz-weiß und fühle schwarz-weiß und ich schaffe es nicht, anders zu denken und zu fühlen. Ich stehe zwischen den Menschen, und in ihren Augen leuchtet dieses Streben nach Perfektion. In meinen leuchtet es am allerstärksten. Ich weiß, dass ich nicht perfekt sein muss,  aber dass ich das weiss und trotzdem das genaue Gegenteil denke und glaube, macht es nur komplizierter, weil sogar mein Denken unperfekt ist. Ich weiß, es ist schwer zu verstehen. Ich weiß nicht, was ich tun soll. Ich weiß nicht, wem ich glauben soll. Ich glaube, ich sollte aufhören, diesen ganzen Hass auf meinen Körper zu kompensieren, aber es geht nicht. Ich glaub, ich mach einfach so weiter, stehe zwischen den Menschen, schreie sie lautlos an, schreie mich selbst an, es wird nie jemand merken. Ich bin einfach zu gut.

25 Dezember, 2012

Lppnlsn

 Und plötzlich weißt du, dass du allein bist. Scheißallein in der scheißgroßen Welt. Du kannst niemandem trauen, am allerwenigsten dir selbst. Dir sind alle egal, du bist ihnen unwichtig. Deine beste Freundin ruft nicht mehr an. Dein bester Freund checkt nichts. Deine Mutter kommt mit Sätzen wie "hör auf, dich zu kaputt zu machen!" Dein Bruder sieht dich heulen und sieht weg. Deinem Vater hast du nichts mehr zu sagen. Und die anderen Menschen sind egal, so egal. Du bist allein. SCHEIßEINSAMKEIT, du schreist die Stimmen in deinem Kopf an, hasst sie, sie sollen verschwinden, dich in Ruhe lassen, aber alles wird immer schlimmer. Du hast keine Angst, du hast Panik. Panik vor Nähe, Worten, Kalorien, Zahlen, Gedanken. Du fühlst dich nur sicher, wenn du traumlos schläfst. Du schläfst nicht oft traumlos. Schwarze Schatten, Stille. Manchmal träumst du vom Tod. Und wenn du morgens aufwachst, schwörst du dir, dass das hier ein besserer Tag wird, einer, an den du dich später gerne zurückerinnern wirst. Aber was, wenn es kein später gibt? Und die Tage werden nicht besser, werden sie nie. Manchmal bist du glücklich, ein paar Augenblicke, ein paar Stunden, aber irgendwann holt dich alles ein, und du beginnst zu zittern und bist verzweifelt, weil so viele verwirrenden Worte in dir sind, die du irgendjemandem entgegenschleudern willst. Aber es geht nicht. Aus deinem Mund kommen wieder nur Halbwahrheiten, Lügen. ES GEHT MIR GUT GUT GUT. Klar, haha, warum auch nicht, ich bin doch ein glückliches süßes Mädchen aus einer perfekten Familie. Du beißt dir auf die Lippen, wünschst, einer dieser Menschen könnte Lippenlesen. Aber es ist ihnen egal und du bist allein.

23 Dezember, 2012

Dahinten glitzert das Meer

Winter. Deine Hände sind so kalt, so taub, du spürst nichts mehr. Zündest dir eine Kippe an und schließt beim Rauchen die Augen. Dein eigenes kleines Stück Freiheit, du ziehst es so tief in die Lungen wie möglich. Raucher sterben früher, und das zaubert dir jedes Mal wieder ein kleines, verbittertes Lächeln auf die Lippen. Asche auf der Haut, Asche im Wind, Rauch in deinen Haaren. Du öffnest die Augen wieder, und für einen winzigen Augenblick fühlt es sich so an, als würdest du schweben. Nikotinflash. Du liebst dieses Gefühl, das auf leeren Magen am stärksten ist. Dein Magen ist immer leer, du kannst dich nicht daran erinnern, wann du zuletzt etwas gegessen hast. Und ja, du liebst dieses Gefühl der Leere. Du brauchst es. Du brauchst es wie die Kippe am Morgen, Mittag, Abend. Du brauchst es wie den Alkohol am Wochenende, natürlich auf leeren Magen, was sonst. Auch wenn du manchmal Angst hast. Angst, dass alles zerbricht. Weil manchmal deine Hände so sehr zittern, dass das Feuerzeug auf den Asphalt fällt. Und manchmal fällst du auf den Asphalt, weil alles schwarz wird. Du hast so oft das Gefühl, dass nichts, aber auch gar nichts mit dir stimmt, obwohl du doch alles richtig machst. Du lachst und tanzt, spielst den anderen etwas vor, liebst und lebst und lügst. "Ja, Mama, ich hab gegessen und nein, Papa, ich rauch nicht mehr, und die ganzen Flaschen in meinem Zimmer sind vom Wochenende, es geht mir doch gut.." Aber es wird nichts brechen, nichts kaputt gehen, wenn du nur weitermachst, immer weitermachst. Nicht mal dein Herz, weil du das schon verschenkt hast, vor viel zu langer Zeit. Außerdem können Herzen nur in kitschigen Filmen brechen, du würdest das niemals zulassen. Bist doch so verdammt stark, schön und frei. Deine Hände sind so kalt, so taub, aber der Moment ist perfekt. Du hast nicht mal Hunger, nichts tut dir weh, und du kannst den Horizont sehen. Wenn du die Augen zusammenkneifst, sieht es ein bisschen so aus, als würde dahinten das Meer glitzern.

21 Oktober, 2012

Blog, dies das

Blog, dies das, kann das eigentlich nicht. Was kann ich überhaupt? Im Bett liegen und mich selbst bemitleiden und rumheulen weil's mir so scheiße geht. Bisschen Hass auf die Welt und auf mich selbst, während ich Pi höre. Laura, Brandungsburg, Eifer&Sucht - den ganzen depressiven Scheiß. Das soll ein "Hallo Welt" - Post sein. Hallo. Ich bin müde und ich hasse Sonntage. Ich bin 17, dumm und abgefuckt. Fertig.