Und plötzlich weißt du, dass du allein bist. Scheißallein in der scheißgroßen Welt. Du kannst niemandem trauen, am allerwenigsten dir selbst. Dir sind alle egal, du bist ihnen unwichtig. Deine beste Freundin ruft nicht mehr an. Dein bester Freund checkt nichts. Deine Mutter kommt mit Sätzen wie "hör auf, dich zu kaputt zu machen!" Dein Bruder sieht dich heulen und sieht weg. Deinem Vater hast du nichts mehr zu sagen. Und die anderen Menschen sind egal, so egal. Du bist allein. SCHEIßEINSAMKEIT, du schreist die Stimmen in deinem Kopf an, hasst sie, sie sollen verschwinden, dich in Ruhe lassen, aber alles wird immer schlimmer. Du hast keine Angst, du hast Panik. Panik vor Nähe, Worten, Kalorien, Zahlen, Gedanken. Du fühlst dich nur sicher, wenn du traumlos schläfst. Du schläfst nicht oft traumlos. Schwarze Schatten, Stille. Manchmal träumst du vom Tod. Und wenn du morgens aufwachst, schwörst du dir, dass das hier ein besserer Tag wird, einer, an den du dich später gerne zurückerinnern wirst. Aber was, wenn es kein später gibt? Und die Tage werden nicht besser, werden sie nie. Manchmal bist du glücklich, ein paar Augenblicke, ein paar Stunden, aber irgendwann holt dich alles ein, und du beginnst zu zittern und bist verzweifelt, weil so viele verwirrenden Worte in dir sind, die du irgendjemandem entgegenschleudern willst. Aber es geht nicht. Aus deinem Mund kommen wieder nur Halbwahrheiten, Lügen. ES GEHT MIR GUT GUT GUT. Klar, haha, warum auch nicht, ich bin doch ein glückliches süßes Mädchen aus einer perfekten Familie. Du beißt dir auf die Lippen, wünschst, einer dieser Menschen könnte Lippenlesen. Aber es ist ihnen egal und du bist allein.
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